GSU übernimmt Patenschaft für "38er"-Gedenkstein

 

Lange haben die Verhandlungen und Gespräche gedauert, doch letztlich hat es die GSU-Kameradschaft wieder geschafft, Geschichte zu erhalten – richtige Geschichte!

Am 28. September wird der Verein die Patenschaft für den Gedenkstein für das 38 (Berlin) Field Squadron der Royal Engineers übernehmen, der seit zehn Jahren auf dem Gelände der früheren Smuts Barracks liegt und aus Dankbarkeit auf eine Initiative des damaligen Spandauer Bezirksbürgermeisters Konrad Birkholz (†67) zurückgeht.

 

 

Das Projekt bestätigte sich als Punktlandung, war doch fast der zehnte Enthüllungs-Jahrestag als Datum der Übernahme der Patenschaft in Gefahr. Doch zahlreiche Gespräche zwischen der GSU-Kameradschaft auf der einen Seite und dem Bezirksamt Spandau, den Wilhelmstadt-Schulen, der Britischen Botschaft, dem Bundesbauamt und sogar der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (GBR) auf der anderen Seite, führten letztlich zum Erfolg: Am 28. September wird dem GSU-Verein die Patenschaft für den „38er“-Gedenkstein übertragen!

Hier ein kleiner Rückblich auf eine Einheit, deren Soldatinnen und Soldaten sich um Berlin verdient gemacht haben:

Im Juli 1945, also nur kurze Zeit nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, wurden Teile der britischen Instandsetzungseinheit „Royal Engineers“ (RE) vornehmlich in die damalige Smuts-Kaserne nach Wilhelmstadt verlegt.

Die RE erlangten in Berlin großen Ruhm, da sie wesentlich, und vor allem in Spandau, am Wiederaufbau des zerstörten Berlins beteiligt waren. Die Einheiten wurden hierbei zur Reparatur unzähliger Brücken und Straßenzüge, aber auch für den Aufbau von Kindergärten und Spielplätzen eingesetzt. Sie unterstützten die deutschen Behörden zudem bei wetterbedingten Ausnahmesituationen und Schadensbehebungen, und letztlich machten sich maßgeblich Pioniere verdient, als sie während der Berlin-Blockade die Landebahn des Flughafens Gatow innerhalb kürzester Zeit ausbauten und verlängerten und somit Start und Landungen der Britischen Streitkräfte während der zweiten Berliner Luftbrücke gewährleisteten. Dieser Einsatz bleibt bis heute legendär, zumal die Briten aufgrund der schlechten Situationen ihrer Flugplätze ihres Sektors in Schleswig-Holstein, die meisten Toten während der Luftbrücke zu beklagen hatten. Es waren ebenfalls RE-Einheiten, die während der Luftbrücke 250 Stromgeneratoren im Stadtgebiet verteilten und einsetzten, um die Stromversorgung der Berliner Bevölkerung mit zu gewährleisten.

1957 wurden die in Berlin stationierten Einheiten der Royal Engineers als neues „38 (Berlin) Field Squadron“ in der Smuts-Kaserne zusammengelegt. Zudem erhielten die „38er“ offiziell den Einheits-Beinamen „Berlin“ und schließlich zeichnete der Regierende Bürgermeister Willy Brandt die Einheit im Mai 1962 aus, indem er dieser das Führen des Berliner Bären als Wappenzeichen in deren Regimentsfahne genehmigte.

Schließlich wirkten die „38er“ nochmals wesentlich ab 1990, als sie dazu beitrugen, ehemalige Grenzanlagen an der innerdeutschen Demarkationslinie zurückzubauen und provisorische Straßenwege zu errichten. Auch im neuen Landkreis Havelland trugen sie zur Instandsetzung der Infrastruktur bei und demontierten einen 10-km-Abschnitt der damaligen Berliner Mauer.

1994 zogen die Royal Engineers schließlich aus Deutschland ab und verließen somit auch Berlin. Sie waren die einzige Einheit der Britischen Streitkräfte, die während der Besatzungszeit durchgängig in Berlin stationiert war.

Am 28. September 2006 wurde auf dem früheren Kasernengelände ein Gedenkstein für das ehemalige 38 (Berlin) Field Squadron durch Bezirksbürgermeister Konrad Birkholz enthüllt. Bei dem Festakt waren mit Oberst Cauldfield und Oberstleutnant Thackway auch ehemalige Führungsoffiziere der „38er“, anwesend, die die Einheit im Anschluss auch bei der letzten Wahrnehmung des Ehrenrechts „Freedom of Spandau“ begleiteten.

Inzwischen ist der größte Teil des früheren Kasernengeländes Eigentum der Wilhelmstadt-Schulen, mit denen die GSU-Kameradschaft seit Jahren eng und erfolgreich zusammenarbeitet und die sich ebenfalls für den Erhalt der britischen Geschichte in Berlin einsetzen.

Der GSU-Verein, dessen Stammeinheit als „Nachbarkompanie“ ebenfalls in den ehemaligen Smuts Barracks stationiert war, ist es seit dessen Gründung ein großes Bedürfnis, diesen Gedenkstein, der sich nur unweit der „Ehrentafel der GSU“ befindet, zwingend zu erhalten und somit historische Geschichte zu sichern.

Große Anerkennung gab es bereits im Voraus. Beim Vorstand trafen inzwischen Glückwünsche des ehemaligen britischen Stadtkommandanten Sir Robert Corbett, der den Gedenkstein während seiner vorletzten Berlin-Visite im Oktober 2015 persönlich aufsuchte, des inzwischen in den USA lebenden ehemaligen Kommandeurs der „38er“, Andy Harris“, des Vizepräsidenten der Royal British Legion Berlin, William Sheckleston OBE, und des Vorstands der Deutschland-Branch der Royal Engineers Association ein.

An der kleinen Veranstaltung am 28. September, die um 14:00 Uhr vor Haus 18 der Wilhelmstadt-Schulen beginnt, nehmen Bezirkskulturstadtrat Gerhard Hanke für das Bezirksamt Spandau und Verteidigungsattaché Robert Rider für die Britische Botschaft teil.

Ehemalige der "38er" und die Royal Engineers Association stehen mit der GSU-Kameradschaft in Kontakt, werden jedoch am 28. September nicht nach Berlin kommen können, aber im kommenden Jahr mit dem Verein ein gemeinsames Event veranstalten. Mit Brigadegeneral Rider und auch RBL-Vizepräsident Sheckleston werden allerdings zwei bedeutende Ex-Royal Engineers an der Veranstaltung teilnehmen.

Alle Interessierte sind herzlich eingeladen. (red1)

 

Die Kameradschaft 248 German Security Unit e. V. ist seit August 2013 Vollmitglied der Royal Military Police Association und der einzige Verein, der seitens der britischen Militärpolizei als Repräsentant der ehemaligen German Security Unit und für deren geschichtliche Darstellung anerkannt wird.

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