Einer von uns: Rudolf Spangenberg wird 80

 

Das Jahr 2015 steht für den Verein auch im Zeichen einiger großer Jubiläen.

Nicht nur, dass die ehemalige German Security Unit und auch der Verein selbst wichtige „Geburtstage“ feiern, so begehen und begingen auch einige unserer Mitglieder besondere Ehrentage.

Zu ihnen, die wir als Verein gemeinsam am 5. Dezember ehren werden, gehört auch Rudolf Spangenberg (Foto), der morgen seinen 80. Geburtstag feiert.

In Lübeck geboren, zur Schule gegangen und zum Kaufmann ausgebildet, kam der Schleswig-Holsteiner 1969 nach Berlin, wo er zunächst vorübergehend selbstständig war.

 

 

Im Januar 1971 trat er als 35jähriger in die damalige German Service Unit ein und wurde zunächst von Foreman Robert Rühe und seinem Co-Ausbilder Werner Nowka zum Security Guard ausgebildet. Während seiner 23jährigen Zugehörigkeit zur Einheit durchlief er alle fünf Sektionen.

Nebenbei engagierte sich Spangenberg seit den frühen 1980er Jahren auch politisch und trat in den Kreisverband der CDU Wilmersdorf ein. Jahre später verließ er die Union wieder und wechselte einige Zeit danach zur SPD.

Ein ganz anderes Hobby hat man bei dem GSU-Guard nicht vermutet: Seit 1981 leitete er mit den „Wilmersdorfer Spatzen“ einen Chor, der bis zu seiner Auflösung Anfang der 1990er Jahre recht erfolgreich war und sogar eine Plattenaufnahme vorweisen konnte und Auftritte im Ausland hatte – so auch in Apeldoorn, der niederländischen Partnergemeinde von Wilmersdorf.

Mit dem Abzug der Alliierten und der Demobilisierung der GSU, schied Rudolf Spangenberg Ende September 1994 als Senior Security Guard aus dem britischen Militärdienst wieder aus und machte sich sehr erfolgreich im Weinhandel selbstständig.

Auch politisch blieb er aktiv. Erstmals wurde er im September 2006 für die Sozialdemokraten in die Bezirksverordnetenversammlung des inzwischen fusionierten Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf gewählt. Im Oktober 2011 kandidierte er zunächst für das Berliner Abgeordnetenhaus, zog jedoch kurzfristig seine Kandidatur zurück, um weiterhin im Bezirksparlament bleiben zu können, in das er wieder gewählt wurde.

Inzwischen sitzt er in wichtigen Ausschüssen und beschäftigt sich mit Umwelt, Integration, Bürgerdienste und Migrationsangelegenheiten.

Seit Mai 2010 ist Rudi Spangenberg Mitglied der GSU-Kameradschaft – und das mit Leib und Seele. Für drei Monate hielt der damals 74jährige den Rekord als „ältestes Mitglied“. Zwar gehört er zurzeit, vor allem wegen seiner politischen Verpflichtungen, nicht zu den ganz Aktiven des Vereins, dennoch ist er bei fast allen Veranstaltungen leidenschaftlich mit dabei. Auch am Generals Dinner und dem Festakt mit Sir Robert Corbett hat er voller Stolz teilgenommen.

Gemeinsam mit SPD-Genossen, unter ihnen auch sein Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann, gründete er 2009 den Verein „Wir für alle“, dessen Vorsitzender er seitdem ist. Mit großem Engagement kümmert man sich um Obdachlose und Benachteiligte und konzentriert sich hierbei vor allem auf Einzelfälle. „Eine gute Sache, denn somit kommen Sach- und Geldspenden wirklich zu Menschen, die es nötig haben. Nichts verschwindet in dunklen Kanälen“, sagt der Vereins-Chef. Auch mit der GSU-Kameradschaft hat der Verein bereits zusammengearbeitet. Erst vor einigen Monaten wurden Sachspenden für Flüchtlinge an Rudolf Spangenberg übergeben. In den Ausgaben von Januar 2015 und September 2015 hat der GUARD REPORT hierüber berichtet.

Seine Partei plant nun, den ewig Aktiven erneut für die Wahlen im kommenden Jahr aufzustellen, doch entschieden hat sich unser Mitglied noch nicht. „In meinem Alter muss eine solche Angelegenheit gut überlegt sein“, so Spangenberg. Erst vor ein paar Tagen hat er einen neuen Herzschrittmacher erhalten und genießt derzeit die Erholung an der Seite seiner Frau.

Auf die Frage, ob er gute Vorsätze für das neue Lebensjahr hat, antwortet er mit einem knappen „…die 90 schaffen!“.

Zum Schluss zeigt sich der 80jährige etwas reumütig und gibt zu, sich in den 1980er Jahren einmal ein paar Tage bei der GSU „erschlichen“ zu haben, um beim Auftritt seines Chors in der Lüneburger Heide mit dabei sein zu können. „Der Diensteinteiler hätte mir die Flötentöne auf eigene Weise beigebracht, wenn er gewusst hätte, welchen Grund mein plötzliches Unwohlsein wirklich hatte, das zur Krankmeldung führte“, grinst Spangenberg.

Es ist verjährt, Rudi. Alles Gute für das neue Lebensjahr!

 

Die Kameradschaft 248 German Security Unit e. V. ist seit August 2013 Vollmitglied der Royal Military Police Association und der einzige Verein, der seitens der britischen Militärpolizei als Repräsentant der ehemaligen German Security Unit und für deren geschichtliche Darstellung anerkannt wird.

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