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Ehrenmitglied Dr. Axel Barrach wird 70

 

Auch noch aus heutiger Sicht gilt er als ein Unikat der früheren German Security Unit - trug er doch die Uniform des 6941st Guard Battalion, führte deren Rang eines Majors und war dennoch auch irgendwie einer von der GSU:

Dr. Axel Barrach, ein Guard im doppelten Sinne. Ein Tierarzt. Ein Kamerad für Mann und Hund. Ein Ehrenmitglied und jener Offizier, der beinahe einziger Chief Superintendent mit akademischen Grad geworden wäre. Heute wurde Dr. Axel Barrach 70 Jahre alt und gilt noch immer als jemand, der die Kameradschaft ungebrochen mit seinen Erfahrungen nährt.

 

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Ehrenmitglied Dr. vet. Axel Barrach (2010)

 

Nach Beendigung seines Grundwehrdienstes und den ersten Jahren als Tierarzt mit eigener Praxis, übernahm er im April 1982 die Stelle des stellvertretenden Leiters des 8071st Medical General Dispensary, der Sanitätseinheit des 6941st Guard Battalion in Berlin-Lichterfelde. Als frischgebackener Major absolvierte er zusätzlich die dortige Grundausbildung und hatte als Tierarztes zunächst nicht nur veterinärmedizinische Aufgaben, sondern auch die Hygiene- und Lebensmittelüberwachung und die Kontrolle der Zulieferfirmen. Zusätzlich war er Koordinator für Untersuchungen im Bereich der Drogen- und Alkoholkontrollen. Dr. Axel Barrach, der auch eng mit dem amerikanischen Vet-Detachment und dem US-Militärhospital zusammenarbeitete, nahm in Berlin eine ganz besondere Rolle ein. Stets geschützt durch seine weiße Armbinde mit grünem Kreuz an der Uniform, fiel er unter den Kombattantenstatus. Zusätzlich übernahm er die Position des Ausbilders für Hygiene, Erste Hilfe und Erfrierungsverletzungen im Einsatz. Nach Ausbruch des Ersten Golfkriegs war er mit dem US-Brigadetierarzt für die gesamten Diensthunde der Army, der Militärpolizei und der amerikanischen Luftwaffe mit zuständig. Eine umfangreiche und verantwortungsvolle Aufgabe für den Deutschen, denn der Wert eines einzigen Diensthundes lag damals schon bei 50.000,- US-Dollar – waren sie doch auch als Sprengstoff- und Drogenspürhunde ausgebildet.

 

 

Barrach - Bild 1

 Major Axel Barrach (rechts) in den 1980er Jahren auf dem Gelände von Roosevelt Barracks

 

Ab Sommer 1982 arbeitete „Doc Barrach“ auf eindringliche Bitte des amerikanischen Brigadetierarztes als sogenannter One-Dollar-Man, auch für die GSU in Smuts Barracks, nachdem deren privater Tierarzt gekündigt hatte. Die Zusammenarbeit wurde verstärkt, nachdem es am Teufelsberg zur Festnahme zweier Männer kam, die es versucht hatten, unter Schusswaffeneinsatz unbemerkt in den Sicherheitsbereich der US-Radar- und Ausspähstation einzudringen. Zufällig nachtübende britische Soldaten fassten die Männer, wobei Ermittlungen ergaben, dass es sich bei einem der Eindringlinge um den Mörder eines Mädchens handelte. Aus dieser Situation heraus, wirkte Major Barrach in einer Kommission aus amerikanischen und britische Offizieren und solchen von GSU und Guard Battalion mit, um eine Hundestaffel beim Guard Battalion aufzubauen, die den Teufelsberg zusätzlich sichern sollte. Das Vorhaben wurde allerdings nie realisiert. 1990 schied Barrach aus dem Guard Battalion aus.

Auf Bitten des Veterinär-Chefs der BAOR-Station Sennelager, blieb der Tierarzt jedoch noch bis zu deren Auflösung im September 1994, für die Diensthunde der GSU auf Honorarbasis zuständig. Das Angebot, die nach der Pensionierung von Heinz Radtke vakante Vollzeit-Stelle des Chief Superintendent zu übernehmen und somit neuer Leiter des Hundezuges zu werden, schlug er aus Rücksicht auf seine private Tierarztpraxis aus. Diese gab er schließlich 2010 auf und trat somit offiziell in den wohlverdienten Ruhestand. Noch im selben Jahr wurde Axel Barrach zum Ehrenmitglied der GSU-Kameradschaft gewählt. Inzwischen lebt er mit seiner Frau etwa 300 Kilometer weit von Berlin entfernt. Der Ex-Major kümmert sich nun um den Bestand seines eigenen Waldes und stellt sich nur noch der forstlichen Herausforderung – ganz ohne den Trubel der Hauptstadt.

Im Dezember nahm er an der Gemeinsamen Weihnachtsfeier von GSU- und Guard Battalion-Kameradschaften in Spandau teil. „Ein doppeltes Heimspiel“, betonte Barrach lachend, der heute noch von den vielen alten Erinnerungen schwärmt. Zugesagt hat er bereits jetzt, demnächst im Members Report zu schreiben.

Die GSU-Kameradschaft gratuliert ihrem Mitglied von ganzem Herzen!

 

Die Kameradschaft 248 German Security Unit e. V. ist seit August 2013 Vollmitglied der ROYAL MILITARY POLICE ASSOCIATION und der einzige Verein, der seitens der britischen Militärpolizei als Repräsentant der ehemaligen German Security Unit und für deren geschichtliche Darstellung anerkannt wird.

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