Trauer um Stadtkommandant Gordon Lennox

 

Jetzt haben wir leider traurige Gewissheit: Der frühere britische Stadtkommandant Bernard Gordon Lennox ist tot.

Der einstige Generalmajor, der erst im September seinen 85. Geburtstag beging, starb an den Folgen seiner schweren Alzheimer-Erkrankung, die ihn bereits seit Jahren pflegebedürftig ans Bett fesselte.

 

 

Gordon Lennox folgte einer alten Familientradition, trat 1953 dem Militär bei und besuchte zunächst die Akademie in Sandhurst. Dem Offizier war das Soldatenblut offensichtlich schon in die Wiege gelegt, entsprang er doch einer hoch angesehenen Politiker- und Offiziersfamilie, die bereits seit dem 17. Jahrhundert viele Generäle und einflussreiche politische Führer und Parlamentarier hervorgebracht hatte. 

Historisch betrachtet, liegen die Wurzeln seiner Familie im 13. Jahrhundert, dem Zeitpunkt der ersten urkundlichen Erwähnung der berühmten schottischen Gordon Highlanders. Im Jahr 1449 verlieh der schottische König James II dem getreuen Alexander Gordon erstmals den übertragbaren Clan-Titel eines Earl of Huntly. 

Im Laufe der Zeit wurden dem Clan weitere Titel zuerkannt, u. a. der des Sheriffs von Aberdeen, des Marquee of Huntly und schließlich ab 1684 der Titel des Duke of Gordon, der seit jener Zeit an nachfolgende Generation weitergereicht wurde. Auch die Vornamen Alexander, George, Charles und Bernard wurden traditionell im steten Wechsel an die männlichen Nachkommen vererbt. 

Der angesehene Lord Bernard Gordon-Lennox (1878-1914), ein Major der englischen Armee, war der Großvater von Bernard Gordon Lennox. Sein Onkel war Rear Admiral Sir Alexander Gordon-Lennox, bei Generalleutnant Sir George Gordon-Lennox (1908-1988) handelte es sich um seinen Vater.

Als Angehöriger der Grenadier Guards übernahm er 1974 als Bataillonskommandeur sein erstes wichtiges Kommando.

Zwei Jahre später wurde er Generalstabsoffizier bei der Luftwaffe und übernahm ab 1978 das Kommando über die 20. Panzerdivision. Im Oktober 1983 wurde er der 19. Kommandant des Britischen Sektors in Berlin und pflegte besonders zur German Security Unit (GSU), die für den Schutz seiner Dienstvilla zuständig war, ein sehr vertrautes Verhältnis. Gordon Lennox war auch jener Stadtkommandant, der unmittelbar nach seinem Amtsantritt in ziviler Kleidung und ohne Ausweis versuchte, auf das Gelände des Britischen Hauptquartiers am Olympiastadion zu gelangen, woraufhin er kurzzeitig durch GSU-Guards in Gewahrsam genommen wurde.

1985 wurde der Generalmajor durch Patrick Brooking in Berlin abgelöst und übernahm einen neuen Posten, ehe er 1987 in den Ruhestand trat.

Mit seiner Frau Sally-Rose lebte der dreifache Familienvater, der als erster seiner Linie auf den Bindestrich zwischen seinen beiden Nachnamen verzichtete, in der Nähe der englischen Grafschaft Hampshire. Sein späterer Nachfolger Sir Robert Corbett gehörte mit seiner Frau zum engen Freundeskreis der Familie.

In wenigen Monaten stand ihm sogar ein kleiner Rekord bevor. Hätte er den 7. Juli erlebt, wäre er der britische Stadtkommandant mit dem höchsten Lebensalter geworden – ein „Titel“, den bislang sein Vorgänger Sir Roy Redgrave hält, der 2011 mit exakt 85 Jahren und 290 Tagen starb. Aus Anlass seines 85. Geburtstags würdigte der GUARD REPORT den Ex-Generalmajor im September 2017.

Mit dem Tod von Gordon Lennox ist Sir Robert Corbett nun der einzige noch lebende ehemalige britische Stadtkommandant.

Bernard Gordon Lennox, der durch Königin Elizabeth II mehrfach ausgezeichnet wurde, starb bereits am 27. Dezember im Kreise seiner Familie.

Der geschäftsführende Vorstand hat Sally-Rose Gordon Lennox inzwischen im Namen aller Ehemaligen der GSU kondoliert. (red1)

 

Die Kameradschaft 248 German Security Unit e. V. ist seit August 2013 Vollmitglied der Royal Military Police Association und der einzige Verein, der seitens der britischen Militärpolizei als Repräsentant der ehemaligen German Security Unit und für deren geschichtliche Darstellung anerkannt wird.