Wegbereiter: Klaus Franke gestorben

 

Er galt als Webgereiter der Deutschen Dienstorganisationen der Alliierten Streitkräften in Deutschland: Klaus Franke (Foto: DER TAGESSPIEGEL), ehemaliger Offizier der deutschen Kriegsmarine, ist tot.

Als junger Leutnant diente er auf einem U-Boot, geriet jedoch in britische Kriegsgefangenschaft. Ähnlich wie es bei dem späteren GSO-Leiter Johannes Gohl der Fall war, ebnete ihm genau dieser Umstand den späteren Lebensweg.

 

Klaus Franke (1923 - 2017)

 

Bis Mitte der 1950er Jahre baute Franke die Labour-Service-Einheiten bei den Briten in Lüneburg und später bei den Amerikanern in Berlin organisatorisch und verwaltungstechnisch auf. In seine Berliner Zeit fielen auch Mitwirkungsverfahren an zahlreichen Enstellungen der künftigen Offiziere der neuen Organisationen, u. a. bei der 6901st Labour Service Area, des späteren 6941st Guard Battalion. Publikationen, wonach Franke selbst Angehöriger der Einheit war, sind allerdings unzutreffend.

Nach seiner Tätigkeit bei den Alliierten wirkte der spätere Fregattenkapitän der Reserve bis Mitte der 1960er Jahre im Bundesinnenministerium, ehe er in die freie Wirtschaft wechselte und für Wohnungsbaugesellschaften und Banken tätig war.

Klaus Franke war seit den 1950er Jahren politisch aktiv und von 1958 bis 1964 Mitglied der Bezirksverordnetenversammlung Steglitz, ab 1964 Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin. Hier wirkte er vor allem als Vorsitzender des Hauptauschusses sowie als Vizepräsident des Parlaments.

1983 berief ihn der Regierende Bürgermeister Richard von Weizsäcker zum Bausenator; ein Amt, das er 1986 in Folge des Antes-Skandals aufgeben musste.

2000 erhielt der ehemalige Senator die Stadtältestenwürde verliehen. Klaus Franke starb am vergangenen Wochenende mit 94 Jahren. (red1)

 

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